Mein Fritzusch!
MARCEL ÜBER DANIEL
Er war bereits fünf Jahre alt, als ich ihn kennen lernen durfte. Mein Vater ging mit uns aufs Fußballmatch. Ich war vorher und nachher nie mehr so nervös und aufgeregt vor einer menschlichen Begegnung. Aber er ist sofort in seiner Chevignon Daunenjacke herzlich, offen, fröhlich lächelnd direkt zu mir ins Auto gehüpft und hat mein Herz im Nu gewonnen.
Er hat sofort eine entspannte Stimmung erzeugt. In der Halbzeitpause wollte uns mein Vater erstmals Zeit alleine lassen und ging Liptauersalzstangerl kaufen.
Daniel schaut mich an, greift nach meiner Hand und sagt: „Ich habe gehört, wir sind Brüder!?“
In seiner Schulzeit färbt er die Haare rot, an seinem Ferialjob schläft er nach einer durchgefeierten Nacht auf der Toilette ein, er stellt NachhilfelehrerINNEN ein, so viele, wie die Austria Trainer in einer Saison.
Auf Winterurlaub in Kitzbühel pöbeln einige Jugendliche (Copyright Daniel: „Wodkakübelficker“) einen Ägypter bei McDonalds an. Daniel schreitet dazwischen.
„Ihr seid sicher Schotten! (Anmerkung: Schottengymnasium..)“ Die Jugendlichen bejahen: „Woher weißt Du das?“ Daniel: „Ein Blick genügt!“
Ja oft genügt ihm ein Blick. Er begreift Menschen im Nu. (Von wem er das bloß hat?)
Er imitiert Tankstellenpächter, Rapidler, Donald Duck und Alexander Wurz. Er versteht überhaupt nichts von Fußball und konzentriert sich viel mehr aufs Schlagzeug spielen.
Er unterbricht sein Studium in Israel, um einige Monate freiwillig dem Israelischen Heer zu dienen. Nach einem gelungen Schulterwurf gegen unseren Coach Alex (seines Zeichens ein 90 kg Viech – ex Taekwondo-Weltmeister) ätzt er: „Ich hätte Dich umbringen können!“
Er versteht alle Menschen in seinem Umfeld und fühlt sie richtiggehend. Vom israelischen Universitätsprofessor bis zum türkischen Kebabbrater. Putzfrauen lieben ihn. Sein Charme ist grenzenlos.
13 Jahre bin ich älter. Wenn ich Rat brauche, ist er einer meiner ersten Adressen. 19 Jahre alt und manchmal fast weise. Und trotzdem noch immer mein Fritzusch!
PS: Warum Fritzusch? Fritzusch kommt von Fritz. Mein Vater hat meinem Bruder Daniel immer gesagt, dass er ihn Fritz nennen würde, wenn er dumme Sachen anstellen würde. Das hat mir gefallen, und Daniel wurde mein Fritz(usch). Und er wird es auch bleiben.