Erwin Javor - Name und Signatur
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Der Elektronikjavor

Bilder Textseiten I - 11620Die Evolution hat zunächst Kaulquappen, Saurier, dann irgendwann Neanderthaler, Sammler und Jäger hervorgebracht. Andere meinen es war die Schöpfung am Werk dahin, wo wir heute stehen, aber das Resultat ist das selbe: Der heutige Mann als solches sammelt und jagt was sich mit Hilfe von Steckdosen, Batterien, Benzin, Chips, Motoren oder Solarzellen bewegen kann. Und es gibt keinen Zweifel: Erwin Javor ist ein Mann von heute. Beobachter weltweit berichten.

Ein neues Handy

Vor zwanzig Jahren oder so waren Handys noch nicht die Selbstverständlichkeit, die sie heute sind. Es wird niemanden überraschen, der Elektronik-Javor hatte natürlich trotzdem schon eins. Damals waren die Mobiltelefone keinesfalls „handy“ , sondern eher unhandliche, schwere Koffer, die man im Auto stehen hatte und nur selten mit sich herumtrug, außer man unterzog sich vorher einigem ernsthaften Bodybuilding, um der gewichtigen Anforderung gewachsen zu sein.

Eines schönen Tages in der Handy-Steinzeit kamen Erwin Javor und sein damals so etwa 10-jähriger Sohn Marcel zum Auto, das in der Rotenturm-Garage stand. Der Mercedes war aufgebrochen, das Koffer-Telefon weg. Die Augen des kleinen Marcel weiteten sich, er bekam Angst, als er das sah, hielt die Hand seines Vaters noch ein wenig fester und erwartete wohl eine Reaktion von ihm, die irgendetwas mit dem Kampf der Guten gegen die Bösen, die das da angerichtet hatten, zu tun hatte. Und das sah so aus: Erwin Javor sah sich die Bescherung kurz an und meinte dann:

„Gott sei Dank! Endlich kann ich mir ein neues Telefon kaufen!!!!“

Manchmal kümmert sich aber ewig lang kein Ganev um Erwin Javors Bedürfnisse, dann schenkt er seine Altgeräte eben her. Manchmal sind die dann auch schon Wochen alt!

Im Moment beobachtet er gerade die angekündigte Entwicklung des iPhone, des neuen Smartphones von Apple. Nein, eigentlich, ist es anders. Als er zum ersten Mal davon hörte erteilte er schon die Anweisung an einen Mitarbeiter: „Bitte morgen besorgen!“ (Das Ding ist noch nicht am Markt, aber es könnte sich rechtzeitig zu Erwin Javors 60 Geburtstag ausgehen.)

Der Amerikatourist

Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das muss man ernst nehmen, und Erwin Javor tut es:

- Wenn in Amerika, muss Erwin Javor Amerika filmen.

Er reist selbstverständlich nicht wie ein peinlicher Gummischlapfentourist, sondern in Stil mit mehreren hochwertigen Fotoapparaten und Filmkameras, die einiger extra Koffer bedürfen, sowie eines Frachtflugzeuges, das er von der IDF mietet, um die dazugehörigen Kabel, Stecker, und Reserveakkus zu transportieren. Der Produktionsvorbereitung und Produktion folgen Vorführungen, die er akustisch, programmiert in Endlosschleife, live synchronisiert: „Schau wie schön! SCHAU! Wie schön. Schau, wie SCHÖN!“

Mit besonderer Begeisterung erinnert sich seine Familie an „Impressions of American Asphalt Dancing in Your Hand“. (Es kommt nämlich vor, dass er vergisst die Kameras abzuschalten.)

Wenn in Amerika, rekrutiert Erwin Javor seine in den USA verheiratete Tochter Nicole, um Steve Jobs bei der Erreichung der Spitzenverkaufszahlen von iPods zu unterstützen:

1947 pro Quartal fürs Basislager, plus Reservegeräte - 6 für jedes Familienmitglied, falls sie mit ihren bisherigen 11 pro Woche nicht auskommen, 2 für Freunde mit EED (Esteplatz Elektronik Diplom), 1 in hässlicher Farbe für Feinde; plus 1 zusätzlichen für sich selbst, um seine Enttäuschung zu bewältigen, dass Nicole, oh Rabentochter, sich von ihm eine Kaffeemaschine statt eines iPod gewünscht hat.

Bilder Textseiten I - 01805- Wenn in Amerika, führt einen Wissenden kein Weg vorbei an New Yorks 47th Street, wo Chassidische Juden ein weltbekanntes Paradies für elektronische Feinschmecker führen. Mit dem 47th Street Knigge hatte Erwin Javor allerdings Probleme. Paragraph 1 lautet dort: „Don’t ask questions!“ Und Paragraph 2: „In allen anderen Fällen trifft Paragraph 1 zu.“ Und was machte der Javor? Fragen. Nicht einmal. Oder zweimal. Nein, sicher dreimal, und, wenn Zeitzeugen nicht lügen - und warum sollten sie, sogar öfter.

Das nächste Mal in New York, Monate, wenn nicht Jahre später, zog es Erwin Javor, wie nicht anders zu erwarten, wieder in die 47th Street, und er musste feststellen, dass er mittlerweile traurige Berühmtheit erreicht hatte. Er betrat das Store, holte Luft um – oi! kayn eynhore!!!! – schon wiederetwas zu fragen und wurde schon hängeringend begrüßt:

„Oy vay!! Der trouble maker is da!”